kuckuck, da!

In der neu gebauten Kinderkrippe St. Sebald kommen die Kleinsten ganz hoch raus.

„Guck mal“, lacht es aus den vielen Gucklöchern des katholischen Kindergartens St. Sebald in Erlangen heraus. Sie sind in den Türen, in der Wand und in der knallorangen Treppe, die den Erweiterungsbau für die Kinderkrippe im Obergeschoss mit dem Kindergarten verbindet. Dabei dienen die kleinen runden Fenster vor allem der Sicherheit der 2 bis 3jährigen. Denn ganz normal ist es nicht, dass die Kleinsten ganz nach oben kommen. Aber wunderschön.

Auf der Dachterrasse fahren Bobby Cars

Das Draußensein stand natürlich für die Erzieherinnen ganz oben auf der Wunschliste. Realisiert wurde dieser Wunsch durch eine rund 50 qm große Dachterrasse mit bodenebenem Ein- und Ausgang: „Die schwere Glastüre lässt sich fest arretieren. So können die Kleinen ganz problemlos und sicher mit ihren Bobby Cars rein- und rausfahren“, erklärt die Architektin des Erweiterungsbaus Maria Böhmer von b3 Architekten aus Nürnberg. Und das Geländer? „Nicht bekletterbar“, so Böhmer, „aus glattem, geschlossenen Blech“. Bis auf die Gucklöcher, die clever in den oberen Teil des Geländers integriert wurden, auf Augenhöhe der Kinder.

Überhaupt ist hier natürlich alles schon sehr klein aber dennoch auch geeignet für die Arbeit der Erwachsenen: „Eben dieser Spagat zwischen kindgerechtem und pädagogisch sinnvollem Bauen war eine echte Herausforderung“, schmunzelt die erfahrene Architektin. Deshalb war während des gesamten Bauprojekts der Austausch zwischen Erzieherinnen, Bauherren und Architekten enorm wichtig – und inspirierend.

Eine große Treppe und eine klitzekleine

Damit der aufgestockte Holzelementbau erreicht werden kann, musste ein riesiges Loch in die Decke des bestehenden Kindergartens gerissen werden – für die Treppe. Gar nicht so einfach, denn die Räume des Kindergartens befinden sich in einem Denkmal geschützten Gebäude aus den 60er Jahren. „ Die Treppe sollte natürlich funktional sein und in den bestehenden Raum passen“, so Böhmer. Zusätzlich mussten die Auflagen des Denkmalschutzes berücksichtigt werden, des Brandschutzes – und die besonderen Bedürfnisse der Kleinkinder. Die Lösung war eine Faltwerktreppe mit 65 cm hohem Handlauf aus nicht brennbarem, gekantetem Stahlblech. Präzise und passgenau wurde diese von dem fränkischen Treppenbauer spitzbart treppen® gefertigt.

Das Besondere: Die Elemente wurden akkurat gelasert und so hochwertig verschweißt, dass die Schweißnähte nahezu unsichtbar sind. Filigran wirkt die Treppe dadurch und dank der orangefarbene Lackierung wie ein schönes langes Knallbonbon mit Brausebläschen. Denn natürlich dürfen sie auch hier nicht fehlen: Die kleinen Gucklöcher, die anzeigen, ob sich Kinder auf der Treppe befinden. Sicher ist sicher. Deshalb wurden die Treppenstufen zusätzlich mit rutschhemmendem Kautschuk belegt und der Eingangsbereich zur Krippe mit einer Treppensicherung abgeriegelt – aus gespanntem Stoff, um Verletzungen zu vermeiden. Weil aber nicht nur die Kinder geschützt sein sollen, sondern auch die Mitarbeitenden hilft eine Minitreppe aus Holz einen ganz anderen Weg zu gehen: den auf den Wickeltisch. Ein kleines Malheur kann ja schließlich auch mit 3 Jahren noch passieren. Dank diesem Treppchen müssen die Kinder nicht beschwerlich hochgehoben werden.

„Voll cool“ – das Baumhaus mit Blick auf die Kirche

Was so clever und fröhlich wirkt, war eine echte Herausforderung für die Bauherren und Architekten: Zum einen hatten die großen Räume im Erdgeschoss ganz unterschiedliche Raumhöhen. Zum anderen war da noch der Denkmalschutz – und der Anspruch der Kirchengemeinde, dass der Anbau den Blick auf den Kirchturm der Kirche St. Sebald aus keiner Perspektive versperren durfte. Drei Entwurfsvarianten präsentierten die b3 Architekten. Am Ende wurde es eine so sehr harmonische Verbindung aus allen Denkansätzen, dass der Anbau nicht als neuer Bau zu erkennen ist – so nahtlos fügt er sich in das Gesamtensemble aus Kindergarten, Kirche, Gemeindesaal und Krippe.  

Für die Kinder war der Umbau vor allem zum Ende hin echt spannend. Sie waren ja die ganze Zeit zumindest akustisch mit dabei, da der Bau im laufenden Betrieb realisiert wurde – sicher von den Kindern getrennt. Nur am Tag der Aufstockung durften sie zusehen: Hinter einer Absperrung, Hand in Hand genossen sie das Spektakel direkt hinter der großen grünen Platane im Hof. Als der Baukran den Holzbau sicher aufgesetzt hatte war die Freude von Anfang an groß: „… als hätten wir ein Baumhaus“. Mit Blick auf den Kirchturm für die Großen. Und mit ganz schön viel zum Gucken für die Kleinen.

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