Die Treppe zur Empore in der Schulaula erfüllt seit Längerem nicht mehr die Anforderungen an den Brandschutz und darf daher nicht mehr genutzt werden. Damit sind auch die 40 fest installierten Sitzplätze mit bester Sicht auf die Bühne nicht mehr zugänglich. Im Zuge der Sanierung der Aula und der angrenzenden, baugleichen Turnhalle hat die Stadt Frankfurt als Bauträger deshalb Grünes Licht für den Bau einer neuen Schulhaustreppe gegeben. Was auf den ersten Blick einfach klingt, erweist sich auf den zweiten Blick als anspruchsvolle bauliche und gestalterische Herausforderung. Das Ergebnis: Eine Architektentreppe im Geist von Ernst May.
Eine besondere Treppe für einen besonderen Raum
Denn es handelt sich nicht um irgendeine Schule, sondern um die denkmalgeschützte Charles-Hallgarten-Schule in Frankfurt am Main: Das Schulgebäude wurde zwischen 1928 und 1930 von dem Architekten Ernst May im Rahmen des Programms „Neues Frankfurt“ errichtet und gilt bis heute als bedeutendes Beispiel des funktionalistischen Bauens der Weimarer Republik.
Charakteristisch für diese Epoche sind der konsequente Einsatz industrieller Materialien wie Stahl und Glas, eine klare, reduzierte Formensprache sowie die kompromisslose Ausrichtung auf Funktionalität und Nutzbarkeit. Architektur sollte nicht repräsentieren, sondern dienen – als rational gestalteter Rahmen für Bildung, Gemeinschaft und Alltag.
Zudem folgte Mays Entwurf auch reformpädagogischen Ideen dieser Zeit: Die Schule wurde bewusst als lichtdurchfluteter, offener Lernort konzipiert, mit direktem Bezug zur Natur. „Diesem besonderen Raum wollten wir eine besondere Schulhaustreppe geben“, sagt Karin Joeckel vom Architekturbüro Dirschl.Federle. Eine Treppe für ein Schulhaus, die den Geist des Raumes respektiert und weiterführt. „Aufgrund der ausgewiesenen Erfahrung im Stahl- und Bestandsbau hat unser Büro spitzbart-treppen® für die Teilnahme am Vergabeverfahren empfohlen“.
Die Spindeltreppe aus Stahl baut die Brücke zwischen Geschichte und Zukunft
Und auch die Entscheidung für den Werkstoff Stahl ist schnell getroffen: „Stahl ist ein wesentliches Element dieser Ära und aufgrund seiner Robustheit ideal für die intensive Nutzung im Schulalltag,“ so Joeckel. Auch der offene, runde Grundriss der gut 3 Meter hohen Spindeltreppe für das Schulhaus orientiert sich an dem Konzept des „Neuen Bauens“ und überzeugt durch eine reduzierte Formensprache, auf wenig Platz: Mit einem Außendurchmesser von 255 cm und einem Innendurchmesser von 39 cm fügt sie sich ebenso platzsparend wie selbstbewusst in den Raum. Geradezu leichtfüßig spindelt sie sich empor und zeigt sich dabei offen von allen Seiten. Selbst die geländerhohen Wangen gewähren Einblicke auf das Stufenwerk. Und dann erst der Blick von oben: „Diese innere offene Spindel ist schon sehr reizvoll“, schwärmt die Architektin.
Eine Schulhaustreppe – Sicher angepasst an das Ursprüngliche
Die Farbgebung der Schulhaustreppe war durch das bestehende Geländer der Galerie bereits vorgegeben: Weiß. Zumindest außen. Denn der Belag der insgesamt 17 Stahlstufen ist dem dunklen Linoleum des Bodens angepasst. Auch dieser Kontrast ist typisch für diese Zeit. Ebenso wie die Kombination aus Stahl und Glas für das Geländer: Das bestehende Treppengeländer wurde gemäß der erforderlichen Absturzsicherung auf 1,20 m Höhe mit einem Kantenschutzprofil aus Edelstahl erhöht. Die ursprüngliche Ästhetik bleibt vollständig erhalten.
Der neue Eingriff bleibt als solcher erkennbar
In ihrer skulpturalen Ästhetik und Formensprache bleibt die Schulhaustreppe klar als Designelement der Gegenwart erkennbar. Allein der nur wenige Millimeter dünne Stahl der geländerhohen Wangen, das schwungvolle Design: Nur machbar mit modernster Lasertechnik. Und nur möglich mit einem spezialisierten Handwerksbetrieb, der den Treppenbau für das Schulhaus genauso beherrscht, wie die Verarbeitung von Stahl. Und zugleich ein ausgeprägtes Gespür für Raumwirkung mitbringt.
Internetrecherchen führen die Architektin zu dem fränkischen Treppenbauer spitzbart-treppen®: „Die fachliche Beratung und Projektbegleitung haben überzeugt. Ich habe mich von Anfang an gut aufgehoben gefühlt“, erinnert sich Joeckle. Auch als es einmal brenzlig wird.
Passgenau bis auf den letzten Millimeter
Wie alle Spitzbart Treppen wird auch diese Spindeltreppe im Hauptwerk in Oberasbach bei Nürnberg gefertigt. Am Stück. Bei Neubauten: kein Thema, da die oftmals tonnenschweren Stahltreppen im offenen Rohbau eingesetzt werden. Beim Bauen im Bestand: immer eine Frage der möglichen Zugänge. „Hier hatten wir die Möglichkeit, die längsseitigen Tore zur Außenterrasse für die Einbringung zu nutzen“, so Joeckle. Die messen aber nur 2,40 x 4,00 Meter. Deshalb entscheiden sich die Spitzbarts, die Treppe in zwei Elementen zu liefern.
Doch um Haaresbreite ist der Zugang dennoch an einer Stelle einfach zu klein. „Das war für die Spitzbarts überhaupt kein Problem. Das Montageteam hat einfach eine Stufe entfernt und nach der Einbringung in die Aula an Ort und Stelle angeschweißt.“ Danach wurden die beiden Treppenelemente aufeinandergesetzt und montiert.
Das Denkmalamt ist von der Schulhaustreppe begeistert
Nachdem auch der Linoleumboden der Empore erneuert und in Teilbereichen mit erhaltenem Originalmaterial behutsam saniert wurde, sind nun alle 40 Sitzplätze und der dahinter liegende Zugang zum Büro des Schulleiters wieder über eine sichere Treppe erreichbar. Der Blick auf die Schulhaustreppe selbst lohnt sich aber nicht nur von dort oben. „Mich begeistert vor allem der Blick auf die von unten gefalteten Stufen und die skulpturale Ästhetik der Treppe“. Nicht nur sie. Auch das anfangs skeptische Denkmalamt ist von dem Ergebnis überzeugt. Und inspiriert für andere Projekte.
Vom Treppenentwurf zur millimetergenauen Umsetzung
Das Projekt steht exemplarisch für die Kompetenz von spitzbart-treppen® bei komplexen Treppenlösungen im Bestand – von der technischen Planung über die werkseitige Fertigung bis zur präzisen Montage vor Ort.
Sie planen eine individuelle Treppenlösung im Bestand? Gerne unterstützen wir Sie von der technischen Konzeption bis zur präzisen Umsetzung.
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