doppelte st(r)ahlkraft

Im fränkischen Röttenbach verbindet die HTI modernstes Warehouse-Management mit einer innovativen Begegnungs- und Erlebniswelt. 

Eigentlich werden im neuen Handelszentrum der HTI – Handel für Tiefbau und Industrietechnik – seit April 2017 nur Rohre gelagert und verkauft. Denkt man. Und ist überrascht, wenn man die wahre Dimension des Bauwerks mit einer Grundfläche von 60 000 qm, einer Freilagerfläche von 20 000 qm und einem bis ins Detail durchdacht gestalteten Marktplatz mit nochmals 200 qm „nur“ Drumherum betrachtet. Als Antwort auf die Ansprüche moderner Architektur. Als perfekte Symbiose aus Funktionalität, Wissenstransfer und Ästhetik. Und als Sinnbild verkörpert von einer gewichtigen Treppe. Einer kunstvollen Verbindung von Stahl zu Stahl, von Menschen und ihren Visionen für die Zukunft der Arbeit – die inmitten von Rohren und rekordverdächtigen Logistikleistungen vor allem eins sein darf: schön.


Stahl zum Staunen.

Perfekt sollte sie sein, die Symbiose aus Funktionalität und Schönheit. Und innovativ. Hierfür fehlten Thomas Herrmann, persönlich haftender Gesellschafter der HTI Gienger KG und Ideengeber für die Architektur des innovativen Handelszentrums, nur noch Details. Zum einen für die Gestaltung des Marktplatzes: Hierfür suchte und fand er Unterstützung durch einen Ideenwettbewerb bei angehenden Landschaftsarchitekten der Hochschule für angewandte Wissenschaften Weihenstephan-Triesdorf. Zum anderen die Treppe im Eingangsbereich: In dieses Herzensprojekt wurden kurzerhand die Mitarbeiter einbezogen – mit Erfolg. Warum ihm die Treppe so wichtig war? „Die Treppe sollte unbedingt Stahl sein. Stahl verbindet die Produkte, die wir anbieten mit den Menschen, die mit uns arbeiten“, so Herrmann. Und so sollte der erste Eindruck der Besucher ein Wiedererkennen, ein sich identifizieren können mit dem Kontext sein – und ein Staunen. Mit viel Luft nach oben. Denn das Foyer ist hoch. Sehr hoch. 8 Meter, „ … damit die Gedanken aufsteigen können“, schmunzelt Herrmann.


Faszination der Fertigung.

Natürlich musste die Treppe auch funktional sein, damit auch die Mitarbeiter und die Besucher aufsteigen können vom Erdgeschoss in die Büros ins Obergeschoss. Auf einer 5 Meter hohen Treppe aus unbehandeltem Stahl, gefertigt aus Großformatstahlplatten von 3000 auf 1500 mm. Ausgezeichnet mit dem Stahlinnovationspreis 2015 in der Kategorie „Stahl im Bauwesen“. Genau das war es was Thomas Herrmann gesucht hatte: Diese Verbindung aus Stahl und Innovation, die seinen Anspruch an die Entwicklung zukunftsfähiger Lösungen unterstreicht – und seine unternehmerische Verantwortung. Mit der cut it! des fränkischen Treppenbauers spitzbart treppen®, Design Max Wehberg, hat er seine Treppe gefunden: als funktionales Bauwerk, Erlebnis und Raumskulptur, die begeistert. „Unsere Besucher bleiben stehen und studieren die Treppe“, freut sich Katrin Bacher, Abteilungsleiterin Verkaufsförderung und Entdeckerin der cut it!. Fasziniert habe auch sie von Anfang an die Machart der Designtreppe – wie ein POP-UP, per Lasercut zur Treppe geschnitten und per Hand in Form gedrückt.

 
Ein starkes Stück.

Was sich heute mit ästhetischer Leichtigkeit den Raum hinauf windet, wiegt satte 6 Tonnen. Im wahrsten Sinne des Wortes also ein starkes Stück und eine Herausforderung bei der Montage: „Wir mussten den Windfang im Kopfbereich des Gebäudes so lange offen halten, bis die Treppe installiert werden konnte“, erinnert sich Herrmann. Mithilfe eines LKW-Ladekrans wurde der Koloss mit 2 Läufen und 2 Podesten in den Raum gewuchtet Insgesamt 470 kg nur Geländer wurden per Hand vertragen. Nach 3 Tagen reiner Montage erfolgte einen Tag lang das Oberflächen-Finish mit Leinöl. Dann war das kraftvolle Spektakel vorbei und die Treppe wurde ganz automatisch zur Raumskulptur – die in all ihrer Grandezza zugleich als Miniatur- Ausstellungsstück in 50 cm Höhe angefertigt wurde. So wird sie für die Stahl-affinen Besucher zum doppelten Erlebnis, über das sie erst einmal nachdenken müssen – und diskutieren sollen. Wie auch über die anderen großen Themen, die Thomas Herrmann, unsere Gesellschaft und die Arbeitswelt derzeit prägen: die Digitalisierung, Energieeffizienz und Automatisierung. Und die Frage nach der Zufriedenheit der Menschen in Zeiten des Wandels und der Veränderung.

 
Freiraum für Freigeister.

Den passenden Rahmen hierfür bieten die Fachwelten Bayern, ein Freiraum zum Netzwerken, in dem man sich trifft, austauscht und voneinander lernt. Eine Erlebniswelt, die auf insgesamt 350 qm als eine für Alle offene, neutrale Plattform zum Transfer von Wissen in das Erdgeschoss des Handelszentrums intergiert wurde. Mit einem dreiteiligen Raumkonzept unter der offenen Decke, die den Blick frei gibt auf: Rohre. Und ihrem Herzstück: der Gesprächsarena, die die technische Ausstellung mit einem offenen Vortragsbereich verbindet.

Inspiriert von der platonischen Lehre der Wiedererkennung wurde hier ein besonderer Ort geschaffen, um sich kennenzulernen und auch kontrovers zu diskutieren: Offen, wie das Entree des Handelszentrums. Eigenwillig, wie die begrünten Dächer des funktionalen Gebäudes. Lebendig, wie der Erlebnisraum der Lagerwirtschaft. Innovativ, wie die aktive Heiz- und Kühldecke, die dafür sorgt, dass sich die Menschen in einem optimalen Raumklima wohl fühlen. Vielleicht ist das die eigentliche Vision, die hinter dem Konzept der Architektur des Gebäudes und seiner Erlebniswelten steckt: dem Wandel zu trotzen, indem man ihm begegnet. Mit Wissen, Funktionalität und Schönheit.

 
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