Nils Holger Moormann

Spindeltreppe - Herr Moormann, Sie zitierten einmal den Bergsteiger Jean-Christophe Lafaille, der sagte: „Wer die Berge liebt, akzeptiert auch, dass sie die Bedingungen stellen." Sie lieben die Berge, wenn man sich den Ort Ihres Schaffens anschaut, Wenn wir eben von Bedingungen sprechen: Welche Bedingungen muss eine Treppe für Sie erfüllen, abgesehen davon, dass sie zwei Ebenen miteinander verbindet?
Das Wichtigste ist, dass sie funktioniert, also wie man sie rauf und runter kommt. Ich persönlich würde das sogar hinten anstellen, wenn mir die Ästhetik gefällt. Das ist übrigens ähnlich wie beim Stuhldesign. Ein berühmter Designer hat mal gesagt, ein Stuhl sei für den Hintern gemacht und nicht für den Kopf. Ein anderer hat gesagt: „Ich hab noch nie schlecht auf einem Stuhl gesessen, der mir gut gefallen hat. "Ich finde es schön, wenn ich eine Treppe habe, die mir persönlich etwas bedeutet. Dann gehe ich sie auch ganz anders und jeder Akt des Hoch- und Runtergehens ist etwas Besonderes. Also mir geht es z. B. wirklich mit dieser Treppe so, dass ich mich jedes Mal freue, weil es auch ein Ankommen ist, wenn man sich da rauf spiralisiert.

Sie haben Ihren ersten Metallstuhl entworfen, obwohl sie eigentlich Ihr Herz an das Holz verloren hatten. Haben Sie zu lange auf unserer Stahltreppe gesessen und dann Sehnsucht nach einem anderen Material bekommen?
Also entworfen hat ihn Harry Taler, mit dem wir zusammen arbeiten. Aber Metall hat uns schon immer interessiert. Es gibt immer so Phasen, wo das rauf und runter geht. Wir haben vor zehn, 20 Jahren extrem viele Metallmöbel gemacht. Im Moment interessiert mich Metall, weil die Verarbeitung von Metall eine hohe Präzision hat. Ein Metall kann ich, ich weiß das von der Technik, immer wieder in dasselbe Verhältnis biegen, ich weiß, wie ich damit umgehen kann. Es ist hoch komplex.

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