Stahltreppe im Holzhaus

Wangentreppe 30.0

Was dem Mind Architects Collective – in Person Jan Dechow und Julia Buschlinger – kurz Mind AC, im Kreis Groß-Gerau gelungen ist, kann man getrost als einen großen Wurf auf kleinster Fläche bezeichnen: Mitten in einer dicht bebauten Siedlung, auf dem ehemaligen Grundstück zweier Garagen, haben sie sich ein Bürohaus gebaut. Aber eben anders, denn: alles ist aus Holz. Na ja, fast alles: die Treppe ist aus Stahl. Und noch was: drinnen ist alles offen.

Alles easy.

Und das ist der zweite Clou des smarten Gebäudes mit seinem federleichten Charakter: Statt protzigem Schick haben die Mind AC als Bauherren, Nutzer und Architekten in ihrem neuen Wirkungsraum alles auf Kommunikation und einen pragmatisch und praktisch guten Workflow optimiert. Deshalb war die Treppe auch so wichtig, denn sie ist das Verbindungsstück zwischen den zwei Etagen und den Menschen die oben und unten arbeiten. Und: Sie sollte in zeitloser Ästhetik, als Teil im harmonischen Fluss des offenen Raumes, einfach nur da sein und die Aufenthaltsqualität des Raumwunders individuell unterstreichen. Fast vergessen: Aus Stahl sollte die Treppe sein. Aus veritabler Schwere. Aber eben in schwereloser Optik. Reduziert auf das Wesentliche. Eh klar. Easy living eben mit einem Schuss heavy metal.

Stahlklare Harmonie.

Ob das mal kein krasser Stilbruch ist: Eine Treppe aus Stahl in einem Haus aus Holz? Nö. „In Konstruktion, Ästhetik und Nutzbarkeit ist Stahl langfristig das robustere und nachhaltigste Material für eine Treppe“, erzählt Buschlinger. Und dass die heavy metal-Konstruktion schlussendlich in purer Leichtigkeit und Transparenz daherkommt, verdankt sie ihrem Design und den versteckten Befestigung der Wangen in der Wand, die im Einklang mit einem Erlebnisraum in Form einer Bibliothek flächig überdeckt wird. So bilden Raum und Treppe eine harmonische Liaison, wohl wissend um das Geheimnis der hochkomplexen Realisierung eines stahlharten Handwerks ganz in Weiß. Natürlich sieht die Treppe dabei auch noch gut aus, auch wenn aus dem Bürohaus mal ein Wohnhaus werden sollte. Möglich ist das. Man weiß ja nie.

Die CA der MIND AC.

Der Clou an der ästhetischen Strahlkraft des großen Ganzen inklusive begehbarer Raumskulptur mitten in Mainz-Bischofsheim ist jedoch, dass die MIND AC genau das realisiert haben, wofür sie stehen: Nachhaltigkeit und einen gelebten architektonischen Minimalismus. So haben sie ihrem Wirkungsanspruch ein kleines Denkmal gesetzt, und eben das mal easy gebaut, was man heute auch als Corporate Architecture bezeichnet – als Ausdruck ihrer Unternehmensphilosophie. Ziemlich starker Auftritt. Dafür ist die Treppe wie gemacht. Und: Sie ist das Highlight für Besucher, dem mittels Streckmetall als Geländerfüllung noch eine moderne und extra filigrane Krone aufgesetzt wurde. Und da ist sie wieder, diese moderne Offenheit, der sich die Mind AC von Anfang an verschrieben haben. Die eine Treppe zum Erlebnisraum und zur Nutzfläche macht. Auch wenn sie natürlich rauf und runter führen soll. Am liebsten natürlich nach oben, eh klar. Auf diesem Weg sind die Mind AC ja sowieso schon: Mit ihrem Projekt Bürohaus haben sie es erst kürzlich in die engere Wahl zum BDA Architekturpreis „Max40 – junge Architekten 2016“ geschafft sowie den renommieren Award „Best Architects 17“ erhalten. Für dem DAM Preis 2017 sowie für den German Design Award 2017 sind sie nominiert. Und: Reisende soll man ja bekanntlich nicht aufhalten.

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